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Klimanotstand – und jetzt?

Von Peter Blumenrath, stellv. Kreisvorsitzender
01.08.2019

Wenig! So könnte man das Ergebnis der letzten Ratssitzung zusammenfassen. Trotz ausgiebiger Worthülsen und Solidarisierungsbekundungen mit Schülerinnen und Schülern gab es bis zum Schluss keine konkrete Beschlusslage. Gute 15 Jahre vor dem angestrebten Klimaziel von zwei Tonnen CO2 je Einwohner befinden wir uns nun im Dauernotstand. Schade!

Seit 2003 ist der Anteil der regenerativen Stromerzeugung von 8 % auf 47,5 % gestiegen. Wer mit offenen Augen durch die Republik wandert, könnte das ein oder andere Windkraftwerk bemerkt haben. Die Energieeinsparverordnung hat den Primär- und Endenergiebedarf von Neubauten massiv gesenkt und Eigenheimbesitzer vor anspruchsvolle Finanzierungsaufgaben gestellt. Kurzum: Die Bundesrepublik geht die Energiewende effektiver an, als viele glauben.

Leider ist die Landeshauptstadt Düsseldorf selbst kein großes Vorbild. Mitten im Klimanotstand werden Förderprogramme gekürzt und heute wie damals Wohnungen mit Kohle beheizt! Die CDU beantragte daher konkrete Maßnahmen im Gebäudebestand, bekam dafür jedoch keine Mehrheit. So bleiben Geschossdecken ungedämmt, Kohleöfen und alte Heizungszentralen trotz Gasraumumstellungin Betrieb. Eine  verlorene Chance, mitten im Klimanotstand.

Quelle: C-inform Nr. 354 - August/September 2019